Natur auf dem Dach

houseleek-364904_640Mit jedem neu erbautem Gebäude, ob Haus oder Garage, wird Boden versiegelt und Leben vernichtet. Naturnah, mit Pflanzen begrünte Dachflächen leisten einen kleinen Ausgleich für die Flächenversiegelung mit neuen, wenn auch ganz anderen Lebensräumen.

Egal ob es sich um eine Garage, ein Carport oder ein Gartenhäuschen handelt, auf allen diesen Dächern ist es möglich, dort eine Insel für Pflanzen einzurichten, die in der Natur immer seltener werden. Grün und blüht es dort oben, stellen sich im Laufe der Zeit noch Käfer, Schmetterlinge und Wildbienen ein. Wer zudem noch zusätzliche Nistplätze anbietet, der sorgt für noch mehr Abwechslung in diesem Paradies.

Begrünung geneigter Dächer

Dächer die eine Dachneigung von 4-10° aufweisen, lassen sich relativ einfach begründen. Bei den vorbereitenden Arbeiten muss vor allem Aufmerksamkeit dem Tropfrand des Daches geschenkt werden. Das liegt vor allem daran, dass auf der Traufe eine große Last ruht. Vorhandene blenden am Rand des Daches müssen deshalb immer verstärkt oder durch standfestere Konstruktionen ersetzt werden. Ebenfalls ist es wichtig, bei der Planung an die nötige Entwässerung zu denken. Bei Seitenlängen bis etwa 5 m sind zwei Gullis an den Ecken und eine Kiesdränage dazwischen völlig ausreichend. Sind es längere Traufseiten, sollten diese mittels einer Dachrinne auf ganzer Länge entwässert werden.

Anleitung

Das mit Bitumen eingedeckte Dach wird mit einem Schutzvlies abgedeckt. Dabei ist es möglich, die Bahnen des unteren Schutzvlieses sowohl quer als auch parallel zum Gefälle zu legen. An den Stößen sollten diese etwa 10 cm überlappen. Auf das Vlies wird anschließend die Dachfolie aufgelegt, diese wird an den Dachrändern hochgeschlagen. Um die Gullys herum wird sie eingerichtet.
Bei einer Entwässerung durch Aussparungen im Metallgitter endet die Folie vor den Durchgängen. Läuft das Dachwasser unter dem Balken entlang in die Dachrinne, lässt man die Folie bis in die Dachrinne hängen. Über die Folie legen und anschließend ein weiteres Vlies bzw. mehrere Vliesbahnen, quer zum Gefälle, von unten nach oben. Auf die unterste, über stehende Bahn an der Traufe schüttet man Kies und schlägt das überstehende Vlies darüber. Dieses wird wiederum mit Kies abgedeckt. Anschließend bringt man Substrat von unten nach oben auf. Es sollte dann schnellstens begrünt werden, damit es durch die Wurzeln der Pflanzen stabilisiert wird.

Bei größerer vorkommender Dachneigung begrünt man das Dach am besten direkt mit
Grasoden oder legt eine spezielle Krallmatte aus. Diese Vorrichtungen verhindern, dass das Substrat ins Rutschen kommt, bevor es von den Wurzeln der Pflanzen stabilisiert wird. Dachschrägen über 15° müssen mit Schubschwellen abgefangen werden.

Schichtaufbau der Begrünung geneigter Dächer

1. Schalung
2. Schutzvlies unter der Folie
3. Dachfolie
4. Schutzvlies über der Folie
5. Substrat
6. Bepflanzung